Selbstverharmlosung als Medienstrategie

AfD-Mitglieder betonen oft, dass sie konservative und bürgerliche Positionen vertreten. Das klingt auf internen AfD-Veranstaltungen oft ganz und gar nicht so und das ist kein Zufall: Selbstverharmlosung ist ein kalkuliertes, strategisches Mittel der AfD, erdacht in rechten Thinktanks, das letztens Endes zur Verharmlosung und zur Normaliserung rechtsextremer Weltanschauung führen soll.


Rechter Sprachgebrauch – was steckt dahinter?

Wissenschaftler*innen erklären, was AfD-lerInnen meinen, wenn sie von “Kultur”, “Multikulti”, “Volk” und “Austausch” sprechen, wie “normale” Begriffe mit rechter Ideologie aufgeladen und rechte Ideologie normalisiert wird. Diese Rhetorik motiviert am Ende auch zur Ausübung rechtsradikal motivierter Angriffe auf Menschen, auch wenn Rechtsradikale heute nicht mehr so reden, wie die Stiefelnazis der NPD.


Angriffe der AfD auf Jugend- und Sozialarbeit in Sachsen-Anhalt

“Aus Sicht der AfD gibt es keine emanzipatorische Praxis in Kultur, Wissenschaft und Bildung, die sich nicht unter Verdacht der Unterstützung des Linksextremismus und der Gewalt stellen und somit denunzieren sowie unter Druck setzen ließe. ”
Ohne zivilgesellschaftliche Bündnisarbeit sind einzelne Einrichtungen den Angriffen der AfD-Landtagsfraktion schutzlos ausgeliefert. Der Artikel beschreibt die Situation in Sachsen-Anhalt, wo die AfD 2016 mit 24% der Stimmen in den Landtag einzog und kontinuierlich soziale Träger und Einrichtungen aus Kultur und Bildung angreift.

Zum Artikel (Analyse und Kritik 652, 2019)


Gesprächsstrategien der AfD

Anlässlich des abgegebrochenen, aber dennoch veröffentlichten Interviews mit Björn Höcke im ZDF (September 2019), analysiert die Rechtsextremimus-Expertin Natascha Strobl dessen Gesprächsverhalten:

“In wenigen Minuten spielen Höcke und sein Pressesprecher damit die ganze Medienstrategie der Neuen Rechten mit demokratischen Medien durch: 1. Selbstinszenierung oder gar nichts. 2. Wir sind geplagt und gepeinigt und Opfer und 3. Wenn ihr nicht für uns seid, dann werdet ihr schon sehen.”

Zur Analyse von Natascha Strobl

Im Spiegel-Interview erklärt Franziska Schutzbach, Soziologin mit dem Forschungsschwerpunkt rechtspopulistiche Kommunikationsstrategien, warum ein AfD-Politiker auch dann noch gewinnt, wenn er ein Interview abbricht:

Journalisten kommen bei rechtspopulistischen Strategen an ihre Grenzen: Sie können jede Form von Aufmerksamkeit für sich nutzen, auch negative. Dass wir diese Debatte führen, wird der AfD wieder nutzen.”

Bei jedem öffentlich Auftritt außerdem, stellt die AfD “Querverbindungen zu den Konservativen her, auch zu Liberalen, sogar zu Linken. Sie hat eine Scharnierfunktion, um rechte Ideologie massentauglich und kompatibel zur bürgerlichen Mitte wirken zu lassen”.

Zum Spiegel-Interview mit Franziska Schutzbach


Die Neue Rechte

Vortrag vom Rechtsextremismusforscher und Historikers Volker Weiß zur Neuen Rechten, ihrer Ideologie und ihren Grundbegriffen und deren historischer Kontinuität.


Hilfe zur Selbsthilfe vom Aktionsbündnis Brandenburg

Reader zum Thema “Neutralitätsgebot”
Häufig fordern insbesondere rechte Akteure Organisationen der Zivilgesellschaft auf, sich politisch “neutral” zu verhalten. Doch welche Strategie steckt eigentlich hinter einer solchen Forderung und stimmt das denn?

Handreichung zum Neutralitätsgebot

Rechtsextreme auf dem Podium
Dikussionen mit Rechtsextremen sind selten konstruktiv, meistens destruktiv, sie können das Ziel einer Veranstaltung gefährden. Wichtige Vorüberlegungen für die eigene Veranstaltung werden in dieser Informationssammlung thematisiert.

Handreichung Rechtsextreme auf dem Podium?


Die eigene Vereinsarbeit schützen
Rechtsextreme Akteure greifen immer häufiger, z.B. aus den kommunalen Gremien oder aus den Landtagen heraus, zivilgesellschaftliche Vereinigungen an, sowohl politisch als auch ganz konkret juristisch. Noch dazu kann es für Vereine problematisch sein, wenn sich Rechtsextreme unter ihren Mitgliedern befinden.

Handreichung Vereinsarbeit schützen


Handlungsempfehlung Umgang mit der AfD

Leitbild anpassen, Satzung überprüfen, Fortbildungen organisieren und eigene Handlungsstrategien lauten die Empfehlungen der Amadeu Antonio Stiftung und: nicht darauf hereinfallen, wenn die AfD das Neutralitätsgebot z.B. über parlamentarische Anfragen auf Nichtregierungsorganisationen auszuweiten versucht. In der Handreichung findet sich ebenfalls eine Übersicht der gängigen Gesprächsstrategien, jeweils eigene Kapitel richten sich an Akteure aus der Kinder- und Jugendarbeit, aus Schule und Kulturbereich.

Handreichung Umgang mit der AfD Amadeu Antonio Stiftung